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Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

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56 min2020 OCT 9
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In der Bundesverfassung steht, «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen». Klingt schön. Auch in der Bibel steht, man solle den Armen helfen. Aber gilt das auch für Bettlerinnen und Bettler? Sollen wir ihnen ein paar Münzen zustecken? Lindern oder vergrössern wir das Leid? Ausländische Bettler in der Stadt Basel
Seit dem 1. Juli 2020 ist das Bettelverbot in Basel-Stadt aufgehoben. Seither mehren sich die Klagen, es hätte zu viele ausländische Bettler in der Basler Innenstadt.
Ursulina Gruber wohnt mitten in der Stadt Basel. Für sie ist klar, dass man Bettlerinnen und Bettlern etwas zusteckt, egal ob diese aus dem Ausland kommen oder nicht.
Mit der Argumentation, dass ausländische Bettler vor allem kriminell organisierte Gruppen seien, die wenig behalten und das meiste abliefern müssten, kann sie wenig anfangen. «Das ist eine Vorverurteilung, damit man nichts geben muss», sagt Ursulina Gruber. Sie ist Berufsschullehrerin und in der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende.

Bettler in der Stadt Bern
Alexander Ott ist Leiter der Fremdenpolizei der Stadt Bern. Als das Bettelverbot 1991 im Kanton Bern aufgehoben wurde, zog dies Bettelnde von überall her an. Auch Kinder. Opfer zu schützen, war eine der Devisen. Eine weitere war die Nulltoleranz gegenüber organisierten Bettlergruppen aus dem Ausland.
Heute sieht man nur selten noch ausländische Bettlergruppen in den Gassen von Bern.
Alexander Ott würde einem Bettler nie etwas Geld zustecken: «Ich empfehle, Bettelnden kein Geld zu geben, denn man unterstützt damit nicht die Almosenempfänger, sondern die dahinterliegende Struktur».

Geben oder nicht geben?
Bettelnde stellen uns vor ethische Fragen: Warum bettelt der Mann oder die Frau überhaupt? Was ist mit der Sozialhilfe? Stütze ich mit den Almosen ein kriminelles System oder eine Drogensucht? Gehört es nicht zur christlichen Pflicht, arme Menschen zu unterstützen, egal ob aus dem In- oder Ausland?

Diskutieren Sie mit in der Sendung «Forum» mit den Gästen im Studio.

* Ursulina Gruber, Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende
* Alexander Ott, Leiter der Fremdenpolizei Stadt Bern