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Kontext

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

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«Kontext» ist die tägliche Hintergrundsendung zu Themen der Kunst, der Kultur, zu Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft, Religion und Politik. Eine Stunde lang täglich setzt «Kontext» einen Akzent gegen die kurzatmige, schnell konsumierte Berichterstattung - hintergründig, mutig und überraschend.Leitung: Sandra LeisRedaktion: Norbert Bischofberger, Sabine Bitter, Maya Brändli, Noëmi Gradwohl, Brigitte Häring, Anna Jungen, Ellinor Landmann, Monika Schärer, Bernard Senn, Michael Sennhauser, Dagmar Walser, Raphael Zehnder.Programmassistenz: Maja PreiswerkKontakt: info@srf2kultur.ch

Latest Episodes

Migration und Depression: Zwischen Resilienz und Entmutigung

Der Aufbruch in ein neues Land erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Das Ankommen ist häufig ein Kraftakt, geprägt von Verlusten: Familie und Freunde, den Beruf, die Vertrautheit des Alltags. Solche sozialen Faktoren spielen eine Rolle bei der Gefahr, an einer Depression zu erkranken. Depressionen sind mit einem enormen Leid für die Betroffenen und Angehörigen verbunden. In der Schweiz erkrankt jede fünfte Person mindestens einmal im Leben an einer Depression. Untersuchungen zeigen, dass Migranten und Migrantinnen ein deutlich höheres Risiko haben, an einer Depression zu erkranken. Woran liegt das? Und wo gibt es Hilfe? «Kontext» geht der Frage nach, welche Rolle gesellschaftliche Faktoren bei der Entstehung einer Depression spielen? Studiogast: Amina Trevisan, Soziologin und Medizinethnologin Weitere Themen: «Ich trug einen Rucksack, der mich erdrückte.» - «Ich habe überlebt. Darauf bin ich stolz.» - Endstation Ohnmacht - worunter Geflüchtete in der Schweiz leiden

50 min2 d ago
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Migration und Depression: Zwischen Resilienz und Entmutigung

Literatur im Gespräch: Was wäre wenn…!

Angenommen Kolumbus und seine Crew kommen in Amerika um. Die dortigen Bewohner nehmen seine Schiffe, segeln über den Atlantik und erobern Europa. Dieses Gedankenexperiment macht Laurent Binet in seinem Roman «Eroberung» und erfindet sozusagen die Weltgeschichte neu. Wie würde Europa heute aussehen, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre? Der französische Autor Laurent Binet stellt in seinem Roman «Eroberung» diese Frage: Was wäre, wenn Kolumbus nicht mehr zurückgekehrt und von seiner Entdeckung berichtet hätte? Dann wäre wohl längere Zeit niemand mehr über das Meer Richtung Westen aufgebrochen. Binet dreht die Geschichte noch weiter. Ein Inka-König schnappt sich die Schiffe von Kolumbus und segelt mit seinem Gefolge nach Europa. Und da trifft er auf eine gespaltene Gesellschaft, die sich im Krieg befindet und gerade durch das schwere Erdbeben in Lissabon zusätzlich geschwächt ist. Das machen sich die Neuankömmlinge zunutze und erobern mit List und Geschick nach ...

52 min3 d ago
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Literatur im Gespräch: Was wäre wenn…!

Reiche – warum sie faszinieren, warum sie irritieren

Reiche sind immer irgendwie verdächtig. Die einen sagen, Reiche seien rücksichtslos und Profiteure. Andere sprechen von Sozialneid und verweisen auf den Steuerbeitrag, den Reiche leisten. Was bringen Reiche der Gesellschaft? Warum sind sie unbeliebt? Und wie sehen sie sich selbst? Alle Jahre wieder wird Ende November vom Wirtschaftsmagazin BILANZ die Liste der 300 Reichsten in der Schweiz herausgegeben. Die Publikation stösst jedes Mal auf grosses Interesse: Viele Leute sind fasziniert von Reichen und Superreichen. Viele haben aber auch Vorbehalte: «Die Reichen sind reich auf Kosten der Armen» ist ein Vorurteil. Oder «Reiche müssen nichts leisten, nichts können». Was ist dran an solchen Zuschreibungen? Was bringen Reiche der Gesellschaft? Und wie sehen Reiche sich selber? Wir sprechen mit zwei Multimillionären, hören uns auf der Strasse um und fragen den Ökonomen, wie viel Steuern Reiche bezahlen. Weitere Themen: Altes Geld: Die Firmenerbin - Der gesellschaftliche Nutzen...

49 min4 d ago
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Reiche – warum sie faszinieren, warum sie irritieren

Alles andere als infantil: Die neuen Familienstücke im Theater

Die Vorweihnachtszeit ist im Theater die Zeit für das Familienstück. Heutzutage ist das «Weihnachtsmärchen» keine Nebensache mehr, sondern Anlass für formale Experimente, neue Bewertungen und in grossen Häusern Chefsache. Für viele ist es die erste Begegnung mit Theater überhaupt: Das Kinderstück, das in der Adventszeit Familien und ganze Schulklassen ins Theater lockt. Lange Zeit fristete das «Weihnachtsmärchen» ein Aschenbrödeldasein, heute ist es in grossen Häusern Chefsache. Die Theaterleiter Nicolas Stemann in Zürich, Antú Romero Nunes und Jörg Pohl in Basel inszenieren das Familienstück selbst. Das Theater Neumarkt, bekannt für Experimente, legt das Familienstück in die Hände junger Theaterschaffender, die einen Märchenklassiker als «zauberhaftes Lehrstück des Antikapitalismus» auf die Bühne bringen. Woher kommt diese Aufwertung? Was sind Geschichte und Tradition des «Weihnachtsmärchens» und was bedeutet es innerhalb des Theaterbetriebs? Kaa Linde...

50 min5 d ago
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Alles andere als infantil: Die neuen Familienstücke im Theater

Ringen um Gerechtigkeit – Literaten, die Juristen waren

Schon Goethe hat Jura studiert; ebenso Kafka. Beide wurden berühmte Schriftsteller. Reiner Zufall oder logische Konsequenz? Strafverteidiger Ferdinand von Schirach, Rechtsprofessor Bernhard Schlink und Staatsanwalt Gianrico Carofiglio erzählen, wie der ehemalige Beruf in ihre Literatur einfliesst. «Ein Strafverteidiger sollte ein guter Geschichtenerzähler sein», sagt Ferdinand von Schirach: «Er muss glaubhaft begründen können, warum ein Angeklagter Straferlass verdient». In seinem jüngsten Projekt «GOTT» verwandelt Ferdinand von Schirach das Theater zum zweiten Mal nach «Terror» in einen Gerichtssaal: auf der Bühne debattiert ein Ethikrat über das Recht auf Sterbehilfe. Und das Publikum stimmt jeweils ab, welche Argumente am meisten überzeugten. Auch Bernhard Schlink sieht eine enge Verwandtschaft zwischen dem Juristen und dem Schriftsteller: «Wer es mit dem Recht ernst nimmt, nimmt es auch mit der Sprache ernst. Recht ist Sprache». Nicht nur in seinem Weltbestsel...

55 min6 d ago
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Ringen um Gerechtigkeit – Literaten, die Juristen waren

Auf Schatzsuche in der Schweizerischen Nationalbibliothek

Sie ist eine «Grand Old Lady», die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern. Vor 125 Jahren wurde sie gegründet. Seither hat sie Millionen von Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und Plakaten über die Schweiz gesammelt – darunter befindet sich manche überraschende Trouvaille. «Kontext» steigt in die weitläufigen Magazine der Nationalbibliothek. Dort findet sich auf endlosen Gestellen alles, was seit ihrer Eröffnung 1895 in und über die Schweiz publiziert worden ist. Das Spektrum ist riesig: Es reicht von wissenschaftlichen Werken über Eisenbahnfahrpläne aus alter Zeit bis hin zu Landschaftsbildern vergangener Epochen. Zu Gast in «Kontext» ist die Direktorin der Nationalbibliothek Marie-Christine Doffey. Sie erzählt von ihrer Faszination für die gigantische Sammlung. Und sie sagt, weshalb die grösste Sammlung von Helvetica bis heute eine wichtige Rolle spielt für das Schweizer Selbstverständnis. Zwar hat die Nationalbibliothek in der Zwischenzeit ihre führende St...

49 min1 w ago
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Auf Schatzsuche in der Schweizerischen Nationalbibliothek

Künste im Gespräch – Armin Schibler, erschöpfte Männer, Fritz Eckenga

Armin Schibler, Komponist und Pädagoge in Zürich, hat Generationen geprägt. Das Landesmuseum kümmert sich um erschöpfte Männer. Fritz Eckenga dichtet über Männer, Frauen, Fussball und WCs. Armin Schibler wollte zeitgenössisch komponieren, ohne elitär und ideologisch zu sein. Er wollte die Menschen erreichen. «Concerto ‘77» auf der Tonhallen-Bühne verschränkte Klassik und Jazz miteinander. Mit «Greina» bezog er Stellung gegen den Kraftwerkbau in einer bedrohten Alpenlandschaft. Und als Musiklehrer an einem Zürcher Knabengymnasium hat er eine ganze Generation kommender Künstler geprägt. Zwei ehemalige Schüler, der Jazzmusiker Daniel Schnyder und der Pianist Werner Bärtschi, erinnern sich zum 100. Geburtstag an den Pädagogen aus Leidenschaft und engagierten Musiker. Was macht einen Mann zum Mann? Mut und Muskeln? Oder Witz und Intelligenz? Die Ausstellung «Der erschöpfte Mann» im Landesmuseum Zürich geht Männeridealen von der Antike bis zur Pop-Kultur nach. ...

51 min1 w ago
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Künste im Gespräch – Armin Schibler, erschöpfte Männer, Fritz Eckenga

Tod ist kein Tabuthema mehr. Kulturwandel beim Reden übers Sterben

Reden über das Sterben hat Hochkonjunktur - nicht erst seit der Pandemie. Das hat Kulturwissenschaftlerin Corina Caduff aufwändig recherchiert. Das autobiographische Erzählen muss sogar noch mehr Raum bekommen in Pflege und Gesellschaft, fordert der Palliativ-Seelsorger Pascal Mösli. Eben erst bekam die junge Autorin Anna Stern den Schweizer Buchpreis für ihr Buch über Sterben und Trauer. Hier habe sich ein regelrechtes Sterbe-Genre in der Publizistik entwickelt, belegt Corina Caduff. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin zeigt das an vielen Beispielen aus Belletristik, Theater und dem Internet. Nicht erst seit Corona, sondern schon seit über 10 Jahren ist das Sterben Thema bei Schreibenden ebenso wie in den digitalen Medien. In ihre Recherche bezieht Caduff nämlich auch Sterbe-Blogs und You-Tube-Sterbetagebücher ein. Sie entsprächen dem urmenschlichen Bedürfnis Sterbender, über ihr Sterben zu sprechen und dabei gehört zu werden. Dem pflichtet auch der reformierte ...

46 min1 w ago
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Tod ist kein Tabuthema mehr. Kulturwandel beim Reden übers Sterben

Eine entlarvte Holocaust-Biografie und was von der Lüge bleibt

Im Buch «Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1945» beschreibt der Musiker und Klarinettenbauer Binjamin Wilkomirski seine Kindheit in Konzentrationslagern und polnischen Waisenhäusern. Das Buch wurde mit Preisen überhäuft und in viele Sprachen übersetzt. Drei Jahre später zeigte der Journalist Daniel Ganzfried auf, dass Wilkomirski 1941 in Biel als uneheliches Kind zur Welt gekommen und vom reichen Ärztepaar Dössekker adoptiert worden war. 20 Jahre nach diesem Skandal fragt der Regisseur Rolando Colla in einem Dokumentarfilm, was von der Lüge bleibt. Dem Filmemacher Rolando Colla hat der Fall Wilkomirski keine Ruhe gelassen. Wie kann es sein, dass jemand, der in einer gutsituierten Ärztefamilie am Zürichberg in Zürich aufgewachsen ist, sich eine Holocaust-Biografie ausdenkt und darüber eine mit Preisen dekorierte Autobiografie schreibt? Wie konnte es dazu kommen, dass ausgerechnet der renommierte Jüdische Verlag bei Suhrkamp das Buch publizierte? In seinem Film «W....

53 min1 w ago
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Eine entlarvte Holocaust-Biografie und was von der Lüge bleibt

Performance oder Interpretation? Kunst des literarischen Vortrags

Ob bei Poetry Slams, Lesungen oder Spoken-Word-Festivals – die literarische Performance boomt. Als «Werke» gelten in der Literatur aber nach wie vor schriftliche «Texte». Wir nähern uns verschiedenen Arten der literarischen Vortragskunst, blicken auf ihre Geschichte und lassen auch live performen. In der Musik ist jede Aufführung oder Aufzeichnung die «Interpretation» eines Werks. Bei der Literatur spricht man hingegen kaum davon, dass jede Lesung oder Performance eines Texts anders ist. Und das obwohl die Spoken-Word-Szene einen Aufschwung erlebt. Was also ist literarische Vortragskunst? Wie hat sie sich historisch entwickelt? Und auf was legen Rezitatoren und Sprachperformerinnen heute Wert, wenn sie auftreten? In «Kontext» sprechen wir darüber und hören uns auch Performances an. Unter anderem von unseren Gästen Amina Abdulkadir und Ariane von Graffenried, aber auch vom Hölderlin-Rezitator Michael Engelhardt. Zudem verschaffen wir uns einen Überblick über die Gesc...

49 min1 w ago
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